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Stagewar 2024: Neue Wege, alte Stärke – Die Rückkehr des Thrash Metal

by Kimon on Dezember 20th, 2024 at 14:00

Es ist still geworden um Stagewar. Zu still, wie viele Fans in den letzten Monaten bemerkt haben. Doch wer die Frankfurter Thrash-Metal-Institution kennt, weiß: Stille bedeutet bei Stagewar nicht Stillstand – sie bedeutet Vorbereitung. Und was sich hinter den Kulissen zusammenbraut, wird die Bühnen Deutschlands im kommenden Jahr erzittern lassen. Stagewar sind zurück. Lauter, härter und fokussierter als je zuvor.

Die letzte offizielle Meldung datiert aus dem Jahr 2017, als die Band mit der «Killing Fast Tour Part 1» und mehreren Einzelkonzerten durch die Clubs zog. Danach wurde es ruhig. Keine Trennungsdramen, keine Skandale – einfach eine Pause, die länger dauerte als geplant. Doch nun, sieben Jahre später, meldet sich das Quartett mit einer klaren Ansage zurück: Ein neues Album ist in Arbeit, eine Tour ist in Planung, und der musikalische Kompass zeigt unverändert auf kompromisslosen Thrash Metal made in Hessen.

«Wir haben die Zeit genutzt, um uns neu zu sortieren», erklärt Gitarrist und Gründungsmitglied Kimon in einem exklusiven Gespräch mit uns. «Nach der Killing-Fast-Phase waren wir alle ausgelaugt. Wir hatten fast ein Jahrzehnt am Stück gegeben – Alben, Touren, Videos. Da kommt der Punkt, an dem du dich fragst: Wollen wir das weitermachen? Und wenn ja, wie?» Die Antwort kam nicht sofort. Aber sie kam. Und sie fiel eindeutig aus: Ja. Anders. Besser.

Das neue Album: Zwischen Wut und Präzision

Bereits 2023 begannen die ersten Songwriting-Sessions für das fünfte Studioalbum – den Nachfolger des 2014 erschienenen «Laws of the Tyrant». Der Arbeitstitel kursiert intern unter «Harbinger», doch Kimon winkt ab: «Das kann sich noch ändern. Was zählt, sind die Songs. Und da haben wir zum ersten Mal das Gefühl, wirklich alles aus uns rauszuholen.»

Acht Tracks sind im Kern fertig, drei weitere in der Arrangement-Phase. Insgesamt soll das Album elf Stücke umfassen – plus ein Intro, das Kimon als «akustischen Faustschlag» beschreibt. Stilistisch bewege man sich zwischen klassischem Bay-Area-Thrash und moderneren Elementen, ohne die Wurzeln zu verraten. «Wir kommen von Bands wie Exodus, Testament, Overkill. Aber wir hören auch Gojira, Power Trip, sogar etwas Death Metal. Das fließt ein, ohne dass wir uns verbiegen.»

Die Texte seien diesmal persönlicher, politischer – und wütender. «Die Welt ist in den letzten Jahren nicht freundlicher geworden», sagt Sänger und Bassist Dennis. «Und das spiegelt sich in den Lyrics wider. Es geht um Überwachung, um soziale Kälte, um das Gefühl, in einem System gefangen zu sein, das dich aussaugt. Aber es gibt auch Hoffnung. Immer.»

Produziert wird das Album in den «Hidden Fortress Studios» in der Nähe von Frankfurt, wo Stagewar bereits «Laws of the Tyrant» eingespielt haben. Die Zusammenarbeit mit Produzent Markus Graf (u.a. Tankard, Iron Fate) wurde erneuert. «Markus kennt unseren Sound. Er weiß, wann er uns bremsen muss und wann er uns laufen lassen kann», sagt Schlagzeuger Chris. «Ohne ihn würden wir vermutlich immer noch an der ersten Single schrauben.»

Die erste Single soll im März 2025 erscheinen – inklusive eines Musikvideos, für das die Band erneut mit dem Frankfurter Filmemacher Lukas Rehberg kooperiert, der bereits für die Clips zu «Isolated» und «Killing Fast» verantwortlich zeichnete. «Lukas hat ein Auge für das Düstere, ohne dass es platt wirkt», lobt Kimon. «Wir wollen kein Standard-Metalvideo mit der Band im Kreis headbangen. Wir wollen eine Geschichte erzählen.»

Tour 2025: Zurück auf die Straße

Parallel zur Albumproduktion arbeitet das Management an der Buchung einer Europatournee für den Herbst 2025. Zwölf bis fünfzehn Termine in Deutschland, Österreich, der Schweiz und erstmals auch in Polen und Tschechien sind im Gespräch. «Wir haben in den letzten Jahren gemerkt, dass unsere Musik auch im Osten Europas funktioniert», erklärt Dennis. «Die Streaming-Zahlen aus Polen sind verrückt. Da wollen wir hin.»

Bevor es auf große Tour geht, sind zwei exklusive Warm-up-Shows in Hessen geplant: eine im Frankfurter «Elfer Club», der traditionellen Heimatbühne der Band, und eine im «Casa Blanca» in Mainz, wo Stagewar 2012 eines ihrer denkwürdigsten Konzerte gespielt haben. «Das werden keine gewöhnlichen Gigs», verspricht Chris. «Wir spielen das neue Album in voller Länge – plus ein paar Überraschungen aus den alten Tagen. Wer uns vermisst hat, sollte dabei sein.»

Die Ticket-Vorbestellungen sollen im Februar 2025 starten. Fans, die den Newsletter abonniert haben, erhalten exklusiven Vorabzugang. «Wir wollen denen etwas zurückgeben, die uns die Treue gehalten haben», betont Kimon. «Ohne die Fans wären wir nichts. Das ist kein leeres Gerede. Das ist die Wahrheit.»

Besetzung: Kontinuität mit Verstärkung

Die Kernbesetzung von Stagewar ist seit 2012 stabil: Kimon (Gitarre), Dennis (Gesang, Bass), Chris (Schlagzeug) und seit 2013 Leadgitarrist Marc, der die Nachfolge des ausgeschiedenen Gründungsmitglieds Alex antrat. Doch es gibt eine Neuerung: Für die anstehenden Live-Shows und Studioaufnahmen wurde ein zweiter Gitarrist verpflichtet – der 26-jährige Frankfurter Felix «Flex» Neumann, der zuvor bei der Thrash-Formation «Deadline Assault» aktiv war.

«Flex bringt eine Energie rein, die uns allen guttut», sagt Marc. «Er ist jung, er ist hungrig, und er spielt, als gäbe es kein Morgen. Außerdem kann er Soli, die ich mir nicht ausdenken würde – das erweitert unseren Sound immens.» Ob Flex dauerhaftes Bandmitglied wird, sei noch nicht entschieden. «Lasst uns erstmal das Album fertigstellen und die Tour spielen. Dann sehen wir weiter», sagt Kimon diplomatisch.

Rückblick: Eine Band zwischen Triumph und Tragik

Gegründet 2009 in Frankfurt am Main, hat Stagewar in den letzten fünfzehn Jahren eine bewegte Geschichte hinter sich. Das Debütalbum «Unleashed» (2010) brachte Achtungserfolge in der Underground-Presse, der Nachfolger «Collateral Damage» (2012) etablierte die Band als feste Größe in der hessischen Metalszene. Mit «Laws of the Tyrant» (2014) gelang der Sprung auf überregionale Bühnen und Festival-Slots, unter anderem beim «Metal Bash Open Air» und dem «Frankfurt Metal Festival».

Doch der Weg war nie einfach. Besetzungswechsel, Label-Probleme und die allgegenwärtige finanzielle Herausforderung, von Musik zu leben, haben die Band immer wieder gefordert. «Es gab Momente, da hätten wir hinschmeißen können», erinnert sich Dennis. «Aber jedes Mal, wenn wir auf der Bühne standen und die ersten Riffs durch den Raum schossen, wussten wir, warum wir das machen. Es ist eine Sucht. Eine verdammt geile Sucht.»

Ein besonderer Tiefpunkt war der Ausstieg von Gründungsmitglied und Leadgitarrist Alex im Jahr 2013, der die Band vorübergehend in eine existenzielle Krise stürzte. «Alex war nicht nur ein großartiger Gitarrist, sondern auch ein enger Freund», sagt Kimon. «Sein Weggang hat uns alle getroffen. Aber im Nachhinein war es der Impuls, den wir brauchten, um uns neu zu erfinden.» Marc, der damals als Session-Gitarrist einsprang, erwies sich als Glücksgriff – und blieb.

Die Bedeutung von «Laws of the Tyrant»

Das dritte Album «Laws of the Tyrant» markierte einen Wendepunkt in der Bandgeschichte. Produziert von Markus Graf, gemischt von Andy Classen (der u.a. mit Destruction, Legion of the Damned und Belphegor arbeitete), zeigte das Album eine Band auf dem Höhepunkt ihrer Schaffenskraft. Songs wie «Isolated», «Killing Fast» und der Titeltrack «Laws of the Tyrant» wurden zu Fan-Favoriten und generieren bis heute stetige Streaming-Zahlen auf Spotify, Apple Music und YouTube.

Die Presse reagierte überwiegend positiv. Das Legacy Magazine lobte die «präzise Mischung aus Old-School-Thrash und moderner Produktion», das Rock Hard attestierte der Band «eine ernstzunehmende Reife im Songwriting». Die Website «Metal.de» vergab 7 von 10 Punkten und schrieb: «Stagewar liefern ein solides Thrash-Album ab, das zwar das Rad nicht neu erfindet, aber durch Spielfreude und handwerkliches Können überzeugt.»

Für die Band selbst ist «Laws of the Tyrant» mehr als nur ein Album. «Es ist ein Manifest», sagt Dennis. «Es sagt: Wir sind hier. Wir machen keine Kompromisse. Und wir lassen uns von niemandem sagen, was Metal zu sein hat.»

Ausblick: Was Stagewar 2025 verspricht

Die Zeichen stehen auf Sturm. Mit neuem Material, einem erweiterten Line-up und einer geplanten Europatour vor der Brust, geht Stagewar optimistisch ins kommende Jahr. «Wir sind älter geworden, keine Frage», lacht Kimon. «Die Haare sind etwas länger, die Rücken etwas krummer, und nach einem Konzert brauchen wir zwei Tage, um uns zu erholen. Aber das Feuer brennt. Es brennt heller als je zuvor.»

Was die Fans erwarten können? «Elf Songs, die sich gewaschen haben. Eine Liveshow, die dich umhaut. Und die Garantie, dass wir alles geben – jeden Abend, in jeder Stadt, vor jedem Publikum. Das sind wir uns schuldig. Und das sind wir euch schuldig.»

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Stagewar an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen können. Die Vorzeichen stehen gut. Die Songs sind stark, das Team ist motiviert, und die Fanbase – so klein sie im Vergleich zu den Großen der Branche sein mag – ist treu und leidenschaftlich. Vielleicht ist das das Geheimnis von Stagewar: keine halben Sachen. Kein Trend-Hopping. Kein Anbiedern. Einfach nur: Metal. Ehrlich, direkt und ungefiltert.

Wir werden die Entwicklung von Stagewar in den kommenden Monaten genau verfolgen und regelmäßig über Neuigkeiten berichten. Bleibt dran – es wird laut.

Fragen oder Booking-Anfragen? Schreibt uns über die Kontakt-Seite. Stagewar sind offen für Interviews, Festival-Anfragen und Support-Slots.

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